(14-2005) Heilerzieherin und depressive Episode

Im Januar 2005 feierten wir meinen 20. Geburtstag. Wir hatten extra eine Location gemietet und ein Catering bestellt. In der Nähe meiner Schwiegereltern fühlte ich mich stets befangen, unser Verhältnis war sehr schlecht, ich wurde von ihnen nie wirklich akzeptiert.

Im Juni standen schließlich die schriftlichen- und mündlichen Prüfungen an.
Ich erzielte durchschnittliche Ergebnisse, mit denen ich nicht zufrieden war und orientierte mich an den Leistungen meiner Mitschüler. Die Hauptsache war aber, dass ich die Ausbildung erfolgreich abschloss.
Im Juli ließ ich mich taufen.
Jetzt wo ich den Abschluss zur Sozialassistentin hatte, war es mir möglich eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin zu machen. Ich hatte lange überlegt und immer wieder gezweifelt ob ich solch eine Fachausbildung angehen sollte, denn ich wusste wie anstrengend dies werden könnte.
Ich würde noch einmal mehr gefordert sein als zuvor, dennoch entschied ich mich dafür und bewarb mich beim DRK. Meine Stimmung kippte bereits vor Beginn der Ausbildung.
Ich fühlte mich unfähig und hatte große Furcht vor dem was mich in der Schule erwartete und entwickelt eine schwere Depression. Gerade mal zwei Wochen hielt ich durch bis ich die Ausbildung abbrach. Ich hielt es nicht aus und ich litt sehr darunter, denn es erinnerte mich an den Abbruch der Ausbildung in Leipzig. Ich sah mich wieder damit konfrontiert, was meine Situation nur verschlimmerte. Mein Freund konnte mir nicht helfen, ich musste da ganz allein durch.
Aus meiner Verzweiflung heraus war ich nicht mehr fähig am täglichen Leben teilzunehmen.
Ich verbrachte den Tag meist im Bett mit grübeln, war vollkommen kraftlos und die kleinsten Aufgaben im Haushalt konnte ich nicht bewältigen. Aus heutiger Sicht hätte ich mich nach kurzer Zeit stationär aufnehmen lassen müssen, jedoch setzte ich mich dem Dilemma zwei Monate aus und natürlich wurde es so kein Stück besser sondern die Depression manifestierte sich.
Im November entschied ich mich endlich zu einer stationären Behandlung.
Durch die Therapien wurde ich körperlich und geistig aktiviert und meine Kraftlosigkeit löste sich etwas. Früh am Morgen musste ich am Morgensport teilnehmen was eine große Herausforderung darstellte. Und was geschah alsbald, weil es zuletzt immer solch eine Wende gab.
Es schloss sich ein manischer Zustand an. Ich blieb bis Februar 2006 auf Station und wurde anschließend eine Zeit lang tagesklinisch weiter behandelt.

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