(5) „Wenn das Grübeln zur Belastung wird“

Hilfsmittel und „Kniffe“ für die richtige Behandlung

Akzeptanz

Man muss seine beunruhigenden Gedanken als wahr oder möglicherweise wahr akzeptieren und die Sorge hinnehmen, die jene Akzeptanz mit sich bringt. Es passiert nicht unmittelbar, dass man sich an seine Ängste gewöhnt. Dies klingt als würde man sich passiv in eine Situation ergeben, dabei ist bei Akzeptanz viel mehr als eine aktive Handlung gemeint. Sich gleichgültig zu verhalten und ihnen nichts entgegenzusetzen kann durchaus schwierig sein. Die Gedanken von außen betrachten und keiner Bewertung unterziehen, in Kauf nehmen, dass es mir eine Weile schlechter geht.

Worst – Case – Technik

Die beunruhigenden Gedanken potenzieren und dem etwas Schlimmeres entgegensetzen und sie im Vergleich verblassen lassen. Die Gedanken proaktiv mit Worst – Case Attributen, die ihn noch schlimmer erscheinen lassen notieren. Der Trostgedanke soll blockiert werden. Man überexponiert sich dem Worst – Case, sodass er durch Gegenkonditionierung an Schrecken verliert. Versuchen sie nicht zu verstehen, was ihnen Angst macht. Versuchen sie, ihre Lage zu ertragen und mit Ungewissheit umzugehen.

Gegenwärtigkeit

Die Achtsamkeit gilt als Instrument, um eine Expostition korrekt anzuwenden. Es ist eine Methode, die verhindert, dass man in Gedanken vor seinen Ängsten flieht. Achtsam – oder gegenwärtig – verhält man sich, indem man sich der Ablenkung und mentalen Flucht vor einem angstbesetzten Gedanken, Gefühl oder einer Situation widersetzt. Gegenwärtigkeit bedeutet, an seinem beunruhigenden Gedanken festzuhalten, ihn gewissermaßen „von außen“ zu betrachten, sich von ihm ängstigen und provozieren zu lassen, um der Angst mittels Gegenkonditionierung zu begegnen. Korrekt ausgeführt, fixiert die Gegenwärtigkeit die Angst im Hier und Jetzt.

Gedankliche Entkoppelung (Defusion)

Die gedankliche Entkoppelung ist eine Methode, um eine neue, ausbalancierte Sicht auf die eigenen beunruhigenden Gedanken einzunehmen, ohne dabei zu versuchen, sie zu ändern oder zu bewerten. Den Gedanken so nehmen wie er ist, verwechseln sie ihn niemals mit der Realität; er ist bloß Teil ihrer Realität. Durch gedankliches Entkoppeln lässt man zu, dass man sich mit einem Gedanken auseinandersetzt, ohne sich ihm auch nur im Geringsten zu widersetzen. Die Technik verhindert Trostgedanken, weil sie damit unvereinbar ist, sprich: ein inkompatibles Verhalten darstellt.

Fatalismus

Als Fatalist ist man davon überzeugt, dass man nichts, was je passiert, beeinflussen kann; dass das Schicksal alles vorbestimmt. Für den Fatalisten hat nichts, was er tut, eine tiefgehende Bedeutung. Jedes Sicherheitsverhalten läuft ins Leere – warum es überhaupt versuchen. Was immer man unternimmt – nichts im Leben ist unveränderbar oder abwendbar. Auch fatalistische Gedanken können als Trostgedanken fungieren.

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